Freitag, 22. November 2019

22.11.2019 Museum Casa Chacona

Wir haben schon seit Tagen für heute einen Ausflug in den Osten der Insel geplant: San Christobal de la Laguna, die alte Hauptstadt, oder die Pyramiden von Güimar, die Zeugen für Kontakte zu alten Zivilisationen sein dürften, wie der norwegische Anthropologe Thor Heyerdahl (1914-2002) nachzuweisen versuchte? 
Wir starten kurz vor 10h mit Christine und Helmuts Ersatzwagen und tauschen diesen in der Werkstatt in Las Chafiras gegen ihren eigenen SEAT ein. Auf der Autobahn TF1 entscheiden wir uns für Güimar, die Resi und ich noch nicht kennen. Um ca. 11h erreichen wir die Pirámides de Güímar, die im Parque Etnográfico mit dem Jardín Botánico sehr gefällig präsentiert werden. Der Park nimmt eine Fläche von 64.000m2 ein. Seine Hauptattraktion sind die 6 Stufenpyramiden, die zur Sommer- und Wintersonnenwende astronomisch zur Sonne ausgerichtet sind.
Das Museum Casa Chacona und die Filmvorführung  im Auditorium vertiefen die Erforschung des Pyramidenkomplexes und machen den Besucher mit den Theorien über den Ursprung und den Zweck dieser Pyramiden, sowie mit den abenteuerlichen Expeditionen seines Gründers, des Anthropologen Thor Heyerdahl, vertraut. Es werden Nachbauten der Binsenschiffe gezeigt, mit denen er die Ozeane überquert hatte.
Ein Highlight bilden auch die Rundgänge im Außenbereich, darunter die Route der Kanarischen Botanik und die Kulturroute




Ein Modell der Karacke Santa Maria, des Flaggschiffs von Christoph Kolumbus, der am 3. August 1492 von Palos de la Frontera in der spanischen Provinz Huelva in See stach und auf den Kanaren wegen des Bruchs eines Steuerruders auf der Pinta, einer begleitenden Karavelle, einen einmonatigen Halt einlegen musste.

In den ersten Räumen des Museums sind Gegenstände ausgestellt, die Thor Heyerdhal bei seinen Expeditionen mitbrachte:

Ein Garamut, eine hölzerne Schlitztrommel, aus Papua Neuguinea in Krokodilform, die für zeremonielle Musik (z.B. bei Initiationszeremonien), zur Übermittlung von Nachrichten und zur Begleitung von traditionellen Liedern und Tänzen geschlagen wurde. Durch seinen Klang sollen die Ahnen sprechen 


Holzmasken und Holzschnitzerein aus Papua Neuguinea

Der Monolith Kon Tiki Viracocha steht in Tiwanaku Bolivien in dem halb unterirdischen Tempel Kalasaya. Er repräsentiert die dritte und letzte Stufe des Wissens, die der Suchende nach Wissen gehen muss, und heißt "el Barbado", der Bärtige. Dieser Wissensgrad war nur den fortgeschrittendsten Meistern vorbehalten

Die bartlosen Indianer des amerikanischen Kontinents empfangen die bärtigen Weißen als Götter

 Opferritual der Inkas



Thor Heyerdahl belegt seine These, dass es transozeanische Kontakte zwischen den afrikanischen und den südamerikanischen Kulturen gegeben habe, mit zahlreichen Artefakten aus beiden Kulturen


Modell der Kon-Tiki: Die Kon-Tiki ist ein Floß aus Balsaholz, mit dem Thor Heyerdahl 1947 von Lima aus über den Pazifik segelte, um zu beweisen, dass die Besiedelung Polynesiens von Südamerika aus mit den technischen Möglichkeiten der Inka schon im präkolumbianischen Peru möglich war. Das Original befindet sich im Kon-Tiki Museum in Oslo.

Auf der "Ra", benannt nach dem ägyptischen Sonnengott, wollte Heyerdahl auch beweisen, dass Nordafrikaner durchaus in der Lage gewesen sein könnten, den Atlantik mit Kurs auf Mittel- und Südamerika zu überqueren. Der Geograf und Anthropologe ließ sich von Fischern am Tschadsee ein Segelboot aus Papyrus bauen und stach Ende Mai von Marokko aus in See Richtung Amerika. Wenige Tage vor Erreichen des Zieles Barbados brach das Heck ab, Heyerdahl und seine kleine Crew mussten aufgeben.

Als verbessertes und kompakteres Modell ließ der rastlose Skandinavier postwendend die "Ra II" bauen, jetzt von Fischern aus Südamerika. Mit diesem Papyrusboot legten Heyerdahl und seine sieben Mitsegler am 17. Mai 1970 im marokkanischen Safi ab und erreichten 57 Tage später die Karibikinsel Barbados (Wikipäd).


Die Pyramide 5 in unmittelbarer Nähe des Casa Chacona
Der Innenhof des Museums Casa Chacona



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22.11.2019 Museum Casa Chacona

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